Warum verschwinden religiöse Fragen nicht?

Philosophische Novelle Die Verwunderung eröffnet die neue Edition BOA

PRESSEMITTEILUNG: Mit der Novelle Die Verwunderung startet die neue Literaturreihe „Edition BOA“ — und zugleich ein literarisches Projekt, das sich bewusst gegen die kulturelle Beschleunigung der Gegenwart stellt.

Im Zentrum der Novelle von Miguel G. Baldío steht eine Frage, die die Moderne längst erledigt glaubte: Warum verschwinden religiöse und metaphysische Fragen nicht?

Sechs Akademiker treffen sich an einem Sommernachmittag 1997 im Münchner Englischen Garten zu einem Picknick. Ein Mathematiker, ein Biologe, eine Altorientalistin, ihre Partner. Gebildete Menschen, skeptisch, rational, aufgeklärt.

Dann verschwindet vor ihren Augen eine Brieftasche.

Was wie eine alltägliche Irritation beginnt, entwickelt sich zu einem intensiven Gespräch über Wissenschaft, Glauben, Bewusstsein, Moral und die Grenzen menschlicher Erkenntnis.

Die Verwunderung knüpft bewusst an die Tradition europäischer Ideenliteratur an — an Romane, in denen Denken selbst dramatisch wird. Statt schneller Effekte setzt der Text auf Dialog, geistige Reibung und existenzielle Fragen.

Dass ausgerechnet diese Novelle den Auftakt der neuen Edition BOA bildet, ist programmatisch. Die Edition versteht sich als Ort für Literatur und Essays, die dem Leser Konzentration, Urteilskraft und geduldiges Denken zutrauen – und vor allem die Offenheit gegenüber anderen Ansichten.

„Mich interessiert nicht die Rückkehr alter Gewissheiten“, sagt Autor Miguel G. Baldío zum Thema der Novelle. „Mich interessiert, warum der moderne Mensch die Gottesfrage trotz aller wissenschaftlichen Fortschritte offenbar nicht loswird.“

In einer Zeit kultureller Verkürzung wirkt Die Verwunderung bewusst gegenläufig: als literarische Einladung zum langsamen Denken.

Bibliografische Angaben

Miguel G. Baldío: Die Verwunderung. Eine Novelle
Edition BOA, Düsseldorf 2026
Taschenbuch, 104 Seiten, ISBN 978-3-00-087021-7 (Print) / 978-3-00-087022-4 (E-Book).